Ich sage dem Vampir, dass er mir nicht gut tut. Frei heraus: es ist nicht schön für mich, dir zu begegnen und deshalb flüchte ich vor dir. Weil ich mich dabei noch möglichst freundlich von dir verabschiede, merkst du es nicht mal. Ich werde meine Ablehnung wohl ab jetzt offener leben (müssen), auch wenn ich noch große Angst davor habe. Reden hat bisher nicht geholfen, es wird dadurch nicht besser. Eher habe ich das Gefühl, wir schaffen immer mehr Themen, hinsichtlich derer wir uns im Kontakt gegenseitig beäugen, ohne dabei je wirklich in den Kontakt zu kommen.
Danach ist die Luft reiner. So rein, dass unser sonntagabendliches Gathering, das anfangs zäh anlief und nach Tesafilm roch, langsam aber an Selbstverständlichkeit gewinnt, sich zu einer gemeinsamen Putz- und Räumaktion auswachsen kann. Hercules hat die Idee, die 10394 Tütchen Backpulver aus unserem Eckschrank aufzureißen und in einem großen WG-Glas zu sammeln (nie wieder Backpulver kaufen!), spielerisch zanken wir über den Verbleib der verstaubten Joghurtmaschine (behalten!), spielen take or toss mit alten Tassen, Socken, Taschen, Stiften, Dingern.
Pfingsten, Empfängnis des Heiligen Geistes. Vielleicht probiere ich das später aus und gehe ins Münster. Mal schauen, was ich empfange.
Ich bin deine Partnerin. Wenn du das nicht (mehr) erwiderst, dann bin ich es erstmal weiter, aber ohne, dass du es merkst. Ich werde langsam herausfinden, wie nah ich an dir dran sein kann.