Das hier wollte ich vor erschreckenden fünf Monaten veröffentlichen, am 16.2. Hat irgendwie nicht hingehauen, der Beitrag war komisch formatiert. Weil ich schockiert bin über die Aktualität dieses Gefühls, zuzüglich der Grausamkeit, mit der ich Dich in den folgenden Monaten behelligen und meine eigene Großartigkeit in klitzekleine Teile zerhacken sollte, denke ich, dass das veröffentlicht gehört, als Maßnahme der radikalen Selbstentblößung.
„Manchmal stelle ich mir vor, wie du mir in einigen Jahren erzählst, dass du seit unserer Begegnung nie wieder so sehr das Gefühl hattest, Liebe zu erleben. Dann wünsche ich mir, dass das eintritt. Ich stelle mir vor, endlich Anerkennung zu bekommen für die Großartigkeit, mit der ich dir begegnet bin. Ich wünsche mir, dass du erkennst, wie wunderschön ich bin, wie besonders das ist, was ich dir geschenkt habe und schenken wollte, dass ich ein verdammtes Wunder bin, stelle mir die Genugtuung vor, die es mir bereitet, diese Worte von dir zu hören und zu spüren, dass sie eine schöne Ergänzung, aber keine Notwendigkeit meines Friedens mit unserer Begegnung sind. Dann wünsche ich mir, dass du Reue und Schmerzen fühlst ob dieser Einsichten, die dir jetzt, wo ich sie so sehr von dir brauchen würde, in dem von dir gefühlten ‚Labyrinth‘ verloren gehen, und dass du dir immer noch wünschst, von mir geliebt zu werden.
Dann fühle ich mich kleinlich, will mich weit machen, ‚mein Ego loslassen‘ (diesen Ausdruck übernehme ich vom Mann im großen Haus), lege meine Geltungssucht, mein Verlangen nach Anerkennung ab und vertraue diesen Wunsch nach Gerechtigkeit dem Universum an. Es wird ihn beherbergen und wissen, wie sich Balance herstellen lässt, und dann wird sich diese Balance mir zeigen, darauf vertraue ich.
Dann werde ich dir begegnen können als jemand, der dich kennen und lieben gelernt hat, der sich daran erinnert, wie es war, dir alles schenken zu wollen, dein Ganzes in Streicheln und Wärme einhüllen zu wollen, mit dir zu spielen und zu lachen und zu streiten, meine Reichtümer dir zu schenken. Ich werde mich daran erinnern, wie es war, mein Herz als wilden Garten zu erleben, der dir jeden Tag eine neue Blüte entgegentreibt.
Es wird keinen Grund mehr geben, dir zu grollen, denn ich werde frei sein von diesen unerträglichen Schmerzen meiner enttäuschten Liebe, und dann werde ich dich in den Arm nehmen und dir alles Schöne dieser Welt wünschen. Darauf freue ich mich.“